Die Chronik des Ennester Karnevals

Die älteste Mitteilung Fastnachtstreiben in Ennest finden wir in einem Strafregister von 1749: "Hauffnagel zu Ennest hat auf Fastnachtsonntag in den Karten gespielt, einen Knecht drei Mal an die Ohren geschlagen und des Rauleffs Knecht von der Bank gestoßen: 9 Mark." 

Zu dieser Zeit wird sicherlich auch schon das ursprüngliche Fastnachtsbrauchtum praktiziert worden sein, das Josef Hüttemann 1938 beschrieb:
Vor Fastnacht sangen die Ennester Jungen vor den einzelnen Häusern:

Ra, Rü, Rouh,
Giat uns ne Buske Strouh!
Lot uns nit te lange stohn,
Vie mot noch nom Roskede gohn.
In Roskede is dai rieke Mann,
dai uns dian Disch wall dicken kann.
Ra, Rü, Rouh, giat uns 3 Busken Strouh.


Wenn die Sänger befriedigend beschenkt waren, wünschten sie "guerren Roggen, guerren Roggen", andernfalls: "Rupen int Supen, Rupen int Supen."
Am Fastnachtsdienstag trugen die jungen Burschen in Ennest eine selbst angefertigte Strohpuppe von Haus zu Hausund sangen dabei:

Wo mag dann wall mien Christian sin,
in Rußland odder in Polen?
Kein Dag vergeiht, iek denke dran,
an mienen laiwen Christian.

Dai Butze hänget wall an der Wand
wall opp diar Miakens Kammer.
Kein Dag vergeiht, iek denke dran,
an mienen laiwen Christian.

Dai Fiegel hänget wall an der Wand,
wall opp diarr Diaske Diale.
Saih iek mie dian Fliegel an,
denk ienk an mienen laiwen Christian.


Der Strohkerl wurde dann in das Tanzlokal gebracht, ihm Bier gegeben und mit ihm der erste Tanz aufgeführt.
Ferner wurde gesungen:

Bist du ouk alt opp diam Sunnebuarn wiast?
Antwort: Uewerall, blos do noch nit.
Ein Brout, twei Brout, 3, 4, Brout, ein
Brout mehr asse du. Uewerall un do noch nit.

 

In der Fastnacht zogen Jungens wie Mädchen in Ennest und auch in Heggen aus, klopften mit einem Holzhämmerchen an die Haustüren oder auf die Haustreppe der Dorfbewohner und sangen:

Rut, rut, Sunnenvuel, Sainte Peiter is hie,
Sainte Tünnes kmmt derbie,
in Kisten un Kasten met allen Morasten.
Rut, rut, Sunnevuel.


Die Sänger wurden mit Geldmünzen beschenkt. 

Das es auch in Ennest um die Karnevalszeit zu allerhand spaßige Begebenheiten kommen konnte, beweist ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1914:

Ennest, 27. Februar. Nicht wenig überrascht war an einem Morgen der vorigen Woche ein hiesiger Bewohner, als er seinen Backofen gefüllt sah und dafür keine Erklärung finden konnte, war ihm doch nicht bewußt, das in seinem Hause die Absicht bestanden, für Brotbedarf zu sorgen. Er machte sich deshalb daran, den Backofen auf seinen ihm über Nacht anvertrauten Inhalt näher zu untersuchen. Und was er entdeckte, machte ihn nicht nur erstaunt, sondern erweckte bei ihm auch großeHeiterkeit. Ein am Tage vorher dem Alkohol gut zugesprochener Knecht , der ihn abends vorher besucht hatte, war seiner Bitte, schön nach seiner etwas entfernten Behausung zu gehen, zwar zu folgen gewillt gewesen, aber seine Beine hatten ihn nach dem Backofen getragen, den er als sein warmes, weiches bett angesehen haben muss, denn er war in den backofen gekrochen und dort eingeschlafen. Erst ein kräftiges rütteln an den Füßen vermochte es, dass er sich von seinem Lager erhob. da er selbst auf dem harten, kalten Stein seiner sonerbaren Ruhestätte seinen Rausch los geworden, zog er zufrieden von Dannen. Geblieben ist nur noch das Amusement derer, welche von dem ungewöhnlichen Inhalt des Backofens hörten.


Vom organisierten Karneval erfahren wir erstmals 1920, als der Schützenvrein Ennest die Genehmigung zur Durchführung eines Fastnachtsballes am 17. Februar beantragte.
Dieser Ball wurde in den folgenden Jahren zu einem festen Bestandteil innerhalb des Ennester Veranstaltungskalenders.
1922 wurden in Ennest sogar zwei Fastnachtsbälle organisiert: Einer fand unter der Regie des Männergesangvereins Westfalia am Fastnachtssonntag, der andere unter Federführung des Schützenvereins am Veilchendienstag statt.


Auch in den folgenden Jahren ist in der örtlichen Presse immer wieder von einem Fastnachtsball des Schützenvereins die Rede.
1928 verpflichtete man die Turwitt´sche Kapelle aus Attendorn. Das targen karnevalistischer Abzeichen ist Pflicht.
1929 kam es sogar zur Gründung eines eigenen karnevalistischen Vereins.

Am Mittwoch [30.01.] wurde hier ein karnevalistsischer Verein ins Leben gerufen. Derselbe beabsichtigt, in diesem Jahr zum erstenmal als solcher an die Öffentlichkeit zu treten und zwar am Fastnachtsdienstag. Dem Verein wird von den Ennestern allgemeines Interesse entgegengebracht.

Am Mittwoch, den 06. Februar, hielt der hiesige karnevalistische Verein eine Versammlung ab. In derselben wurde beschlossen, dass sämtliche Mitglieder am Fastnachtsdienstagsmorgen in Ennest mit allerlei überraschenden Darbietungen auftreten. Ferner veranstaltete der Verein am Fastnachtdienstag von nachmittags 5 Uhr ab einen Maskenball.

Offensichtlich kam der neu gegründetet karnevalistische Verein aber dem Schützenverein ins Gehege, sa dass sich die Jahreshauptversammlung mit der zukünftigen Verfahrensweise an den Fastnachtstagen beschäftigen mußte. Diese beschloss, der Schützenverein solle zukünftig den arnevalistischen Schützenball am Fastnachtssonntag durchführen. Dem karnevalistischen Verein ist freigestellt, am Montag oder Dienstag Fastnachtsbälle zu veranstalten.

Aber auch diese Lösung schien für den Schützenverein nicht befriedigend zu sein. In der Generalversammlung am 01. Februar 1931 beschloss man deshalb, die Durchführung der Fastnachtfeiern dem Gesangverein zu überlassen. Zwei Jahre später wurde der Beschluss sogar dahingehend erweitert, dass man seitens der Schützen ganz auf die Durchführung von Fastnachtsfeierlichkeiten verzichten wollte. Dies wurde auch in den Folgejahren beibehalten.

Der zweite Weltkrieg beendete, wie vielerorts auch, zunächst jegliches Fastnachtstreiben.

Für das Jahr 1950 ist erneut ein umfassendes Fastnachtstreiben in Ennest belegt, das der Hauptlehrer Weber in der Schulchronik wie folgt festhielt:
Fastnachtstreiben 1950. An vier Tagen: Samstag: Prämierung der besten Masken, Sonntag: Tag der Feuerwehr, Montag: Tag des Gesangvereins, feierte man in unserem Örtchen Fastnacht. Fast möchte man man meinen: Köln-Attendorn-Ennest. -in dunkler Zeit!!

Seit dieser Zeit gab es in Ennest auch einen eigenen Karnevalsprinz. Der Karneval wurde vom Männergesangverein organisiert.



Prinzengarde Ennest

Schon in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurden in Ennest unter der Leitung des MGV "Westfalia" Karnevalsfeiern organisieren. Seit 1950 gab es sogar jeweils einen Karnevalsprinzen.

Dieses war in den ersten Jahren grundsätzlich Sänger des MGV "Westfalia", später wurden auch Leute aus dem Ennester Dorfleben ausgewählt. Das Verfahren der Prinzenwahl ist einem Staatsgeheimnis gleichzusetzen. So erfährt die Prinzengarde erst am Abend der Prunksitzung, wer zum neuen Prinzen proklamiert werden soll. Verantwortlich für diesen Akt waren der Präsident Werner Reuber, Burghard Springob und Gerhard Rosenberg.

Um diesen Prinzen unterstützend zur Seite zu stehen, gründete man 1957 eine Prinzengarde. Das Hauptquartier dieser Gruppe war zunächst die Gaststätte Vogt. Zwischne 1960 und 1979 tagte man bei "Bocks Ötte", dann wieder in der Gaststätte Vogt. Seit 1995 ist die Gaststätte Gehle Hauptquartier der Ennester Prinzengarde.

Von Anfang an wurden die Gardetänze jeweils in Eigenregie und an zahlreichen Trainingsabenden einstudiert, immer wieder verbessert und verfeinert. Die Tänze dauern in den Regeln bis zu vier Minuten. In früheren Jahren wurde dabei als Musik der legendäre Marsch von treuen Husaren eingesetzt. Sei der Mitte der achtziger Jahre wich man von diesem Marsch ab und es begann eine Zeit, in der Tanz und Musik exakt aufeinander abgestimmt wurden.

Während die Prinzengarde in den ersten Jahren ihres Bestehens die Auftritte ausschließlich auf die Ennester Schützenhallebeschränkte, kamen nach und nach auswärtige Auftritte hinzu. So tanzten die Gardisten 1973 im benachbarten Heggen, 1989 präsentierte man den Tanz in Sondern. In den folgenden Jahren konnten zahlreiche Orte hinzugefügt werden, so Listerscheid, Dünschede, Lichtringhausen, Grevenbrück, Hülschotten, Oberhundem und Attendorn. Dies war letztlich der Verdienst der gesamten Garde, die ihre Tänze in all den Jahren erheblich verbessert hatte.

Ursprünglich war der Gardetanz reine Männersache. Die Garde bestand aus den einzelnen Gardisten und einem Clown. Letzterer nahm eine besondere Stellung ein, da er für Heiterkeit zu sorgen hatte und für spaßige Einlagen verantwortlich war. Erst seit den sechziger Jahren wurde die Garde um ein Tanzmariechen erweitert. Die Garde bestand nun aus sechs Gardisten, dem Tanzmajor und einem Tanzmariechen. 1968 wurde die Garde nochmals um zwei Gardisten erweitert, dadurch waren noch bessere Formationen möglich. In der Zeit zwischen 1964 und 1999 waren folgende Personen Mariechen und Tanzmajor:

Von bis Tanzmariechen Tanzmajor
1964 1966 Marlies Flesch Franz-Josef Siepe
1967 1967 Christel Schulte Paul Buschmann
1968 1968 Marita Schulte Bernd Gajewski
1969 1969 Marita Schulte Franz-Josef Springob
1970 1972 Martina Stellmacher Bernd Gajewski
1973 1974 Heidi Wolf Bernd Gajewski
1975 1975 Heidi Wolf Werner Springob
1976 1977 Bernadette Stuff Werner Springob
1978 1980 Dorothea Becker Siegbert Hessmann
1981 1983 Theresia Stuff Bernhard Stuff
1984 1984 Heike Haase Bernhard Stuff
1985 1985 Heike Haase Georg Keseberg
1986 1988 Simone Zeller Georg Keseberg
1989 1989 Sonja Friedrichs Georg Keseberg
1990 1990 Susanne Eglseder Karsten Wehmeier
1991 1991 Golfkriese Golfkriese
1992 1992 Katja Roll Karsten Wehmeier
1993 1994 Katja Roll Andre´ Busenius
1995 1998 Kathrin Dalhoff Andre´ Busenius
1999 2002 Eva Gajewski Tom Horn
2002 2002 Sandra Wolf Tom Horn
2002 2004 Anne Henze Tom Horn
2005 2009 Anne Henze Patrick Sangermann
2009 2011 Leonie Keseberg Patrick Sangermann
2011 2014 Leonie Keseberg Sebastian Vogt
2014 ---- Maike Pagon Sebastian Vogt



Da sich Lebensqualität und Luxus in den fünfziger Jahren weitaus nicht so ausgeprägt wie heute darstellten, musste die Garde lange Jahre auf eine eigene Uniform verzichten. Dem Einfallsreichtum der Prinzengardisten waren natürlich keine Grenzen gesetzt. Die Lösung für jeden Gardisten bestand aus weißer Hose, weißem Hemd mit roten Fransen an den Armen, schwarzen Stiefeln und einem roten Halstuch. Doch im Laufe der Zeit genügte diese „Uniform“ nicht mehr; mit der Verpflichtung eines Tanzmariechens bemühte man sich auch um eine „richtige“ Uniform.

Fündig wurde man schließlich bei einem Kostümverleih in Ahlen. Hier wurde zusammen mit den Gardeuniformen auch jeweils ein Prinzenkostüm ausgeliehen, in der Regel trug es die Farben rot-weiß.

Getragen wurden diese Uniformen gewöhnlich erst am Rosenmontag, da man sie vorher nicht bekommen konnte. Seit 1968 hatte man die Kostüme bereits zum Altweibertag in Ennest.

Der ständige Aufwand zur Kostümleihe war schließlich die Überlegung wert, eigene Kostüme schneidern zu lassen. Mit großem finanziellen Engagement der einzelnen Gardisten, des MGV „Westfalia“ und von Sponsoren konnte dieses Projekt 1996 umgesetzt werden. In stundenlanger Kleinarbeit waren die Kostüme von Frau Abuin genäht worden; sie wurden erstmals zum Karneval 1996 getragen. Seit dieser Zeit besitzt Ennest auch ein eigenes Prinzenkostüm.

Im Oktober 1995 kam es auf Initiative von Klaus Keseberg, Manfred Schrottke und des Mariechens Dorothee Rauterkus zur Gründung einer Kinderprinzengarde. Mit Unterstützung der Eltern präsentierten acht Jungen und drei Mädchen 1996 als „Stimmungskanönchen“ erstmals einen Gardetanz.

Am alljährlichen Veilchendienstagszug der Karnevalsgesellschaft Attendorn nahm die Ennester Prinzengarde erstmals 1993 teil. In den ersten beiden Jahren marschierte man noch zu Fuß unter Begleitung eines mit Spirituosen, Würstchen und Kamellen reich gefüllten Bollerwagen mit. In der Session 1994/95 wurde dann der Wunsch nach einem richtigen Karnevalswagen laut und auch umgesetzt. Dabei stellte Wilhelm Kamp seinen Trecker und die Familie Schnüttgen einen Langholzwagen zur Verfügung. Mit Stolz wurde dieser erste Wagen durch die Straßen Attendorns gefahren.

Während des Winters 1996/97 wurde ein neuer und größerer Wagen gebaut, der anlässlich des großen Veilchendienstagszuges zum 775jährigen Stadtjubiläum durch Attendorn rollen sollte. Mit Elferrat, Prinz, Jubelprinz und Garde bot er ein prächtiges Bild.

Seit 1998 gibt es in Ennest auch einen eigenen Kinderprinzen. Tobias I. Schrottke wurde als erster Kinderprinz am Karnevalssonntag 1998 proklamiert.

1999 wurde der 13jährige Realschüler Alexander Kost zum Kinderprinzen in Ennest proklamiert. Das fast dreistündige Programm der Prunksitzung, das die „Ennester Wommels“ organisiert hatten, wurde von den Ennester „Stimmungskanönchen“, der Kinder- und Jugengarde sowie der Kindergarde aus Dünschede und Zauberer Thomas Blume gestaltet. Mit 400 Besuchern war die Schützenhalle restlos ausverkauft.


Von den „Ennester Wommels“ zur „Tanzgarde Ennest e.V.“

Rosenmontag 1986: In der Sektbar der Ennester Schützenhalle wurde ausgelassen gefeiert. Der närrische Trubel brachte einige Mädchen und junge Frauen auf den Gedanken, nicht nur zu feiern, sondern selbst aktiv im karnevalistischen Geschehen mitzuwirken. Ideen dafür gab es genug. Der Aufbau einer Mädchengarde wurde in Angriff genommen, doch bis zur Premiere mit dem Showtanz „Räuber und Gendarm“ am Rosenmontag 1987 war es noch ein weiter Weg.

Es bedurfte vieler Anstrengungen von Seiten der Mädchen: Ein Trainingsort musste gefunden, die Kostüme bezahlt werden. Aber alle Mühen wurden beim Auftritt Karneval 1987 vom Publikum jubelnd belohnt. Die „Ennester Wommels“ und Mädchen der ersten Stunde strahlten: Karin Bilsing (Trainerin und Choreographin), Iris Kamp, Anja Bock, Heike Haase, Ute Hilleke, Petra Heberholt, Sonja Köhler, Clarissa Semme und Simone Zeller.

In den folgenden Sessionen gab es immer wieder neue Showtänze: einen Tanz mit dem Thema „Pinocchio“ (Karneval 1988 und 1989), einen „Bauerntanz“ zum Erntedankfest 1988 und Karneval 1990 den „Torerotanz“.

Eine Chronik könnte man alleine schon darüber schreiben, wo die Mädchen überall trainiert haben: in Kesebergs Scheune auf dem Waterland, auf Rinken Jupps Kegelbahn, im Jugendzentrum Attendorn, aber auch die Ennester Schützenhalle und das Jugendheim wurden, wann immer es möglich war, von den Tänzerinnen belagert.

Besonders die Finanzierung der Tanzkleidung war bis heute nicht einfach, da alle Tänzerinnen noch Schülerinnen und Auszubildende waren und sind. Um Geld zu sparen, wurden die Kostüme, so gut es ging, mit eigener Fingerfertigkeit und Kreativität selbst genäht. Der Verkauf von Feuerzeugen mit dem Namen der Garde und der Verkauf von kleinen bunten Wommels – kleinen Knäueln mit Kulleraugen – ließ das Loch in der Kasse nicht allzu groß werden. Außerdem machten Auftritte bei Karnevalsveranstaltungen in Sondern, Listerscheid, Dünschede und Lichtringhausen nicht nur großen Spaß, sondern brachten auch finanzielle Unterstützung. Es ging bergauf!

1991 entschlossen sich die Mädchen endlich, einen Marschtanz anstatt eines Showtanzes aufs Parkett zu bringen. Anregungen dazu gab es bei verschiedenen Tanzturnieren. Viele Sonderproben, zusätzliche Nähnachmittage und Treffen im Ennester Jugendheim waren nötig, damit alles gelingen konnte. Die Uniformen für diesen Tanz waren sehr viel aufwendiger zu nähen als die vorherigen Kostüme. Doch in dieser Zeit stand der Garde Dagmar Keseberg als geduldige und fleißige Helferin zur Seite.

Der erste Auftritt in der neuen Uniform am Rosenmontag 1992 war unbeschreiblich schön!

In den Jahren 1993 bis 1996 vergrößerte sich die Anzahl der Tänzerinnen, so dass schließlich eine Gruppe von 16 Mädchen auf der Bühne stand. Mit den Jahren wuchs neben der Anzahl auch das tänzerische Können. Außer im Heimatort stellten die „Ennester Wommels“ dieses auch in vielen anderen Orten des Kreises Olpe – Oberhundem, Altenkleusheim, Listerscheid, Dünschede und Fretter – zur Freude des karnevalistischen Publikums unter Beweis. Der Höhepunkt des Jahres 1996 war der Auftritt bei der KG Attendorn zur Sessionseröffnung 1996/97 am 16. November in der Schützenhalle Ennest.

Doch 1997 zeigte es sich, dass noch eine weitere Steigerung möglich war. Das das Jugendheim in Ennest abgerissen wurde, trainierte die Garde während der Wintermonate 1996/97 in der Turnhalle der JVA Attendorn. Als die neue Turnhalle in Ennest fertig gestellt war und als Trainingsstätte genutzt werden konnte, gab es auch für die Garde ihre wohl bedeutendste Veränderung: Am 14. Februar 1997 wurde die „Tanzgarde Ennest e.V.“ als Turnverein gegründet. Da Karin Bilsing nur noch als Choreographin zur Verfügung stand, übernahmen Katja Roll und Petra Hoffmann als Team das Training der Garde. Geschäftsführende Vorstandmitglieder des neuen Vereins waren Johanna Waller, Ute Hilleke und Mariele Trilling.

Doch mit der Vereinsgründung hat die Entwicklung der Garde nicht ihren Abschluss gefunden. Durch ihre zahlreichen Auftritte wurde das Interesse vieler Kinder und junger Mädchen für das Tanzen geweckt. Die Bereitschaft einiger Tänzerinnen, die Trainingsaufgaben zu übernehmen, und der Einsatz der Mütter bei der Herstellung der Kostüme führten schließlich zur Gründung einer Kinder- und einer Jugendgarde, die beim Kinderkarneval 1999 erstmals einem begeisterten Publikum ihre Tänze präsentierten.